FGM-Newsletter Mai 2010 I Print

Digitalisierung im Medienbereich
Radionutzung über Internet und Handy

Zielsetzung

Mit zunehmender Digitalisierung im Medienbereich und wachsender Gerätekonvergenz verändert sich auch das Mediennutzungsverhalten. Medialer Content wird digitalisiert und unabhängig von den klassischen Distributionswegen vertrieben. Radionutzung ist deshalb nicht mehr auf den klassischen Übertragungsweg UKW und auch nicht mehr auf die herkömmlichen Empfangsgeräte beschränkt. Insbesondere im Bereich der mobilen Endgeräte entwickeln sich zunehmend neue Trends der Mediennutzung. Speziell das Handy als mobiler, multimedialer Begleiter bietet den Nutzern eine Vielzahl von Funktionen und Möglichkeiten der Mediennutzung.
Diese und weitere Trends der Mediennutzung stehen im Fokus der Digitalisierungsstudie der FGM Forschungsgruppe Medien GmbH, die nach 2008 in der zweiten Welle erhoben wurde. Die Digitalisierungsstudie zeigt, in welchem Umfang diese Funktionen und Möglichkeiten der Mediennutzung bereits verwendet werden und wo die zukünftigen Potentiale liegen.
Hinsichtlich der Trends der Mediennutzung werden die Befragten in drei Nutzertypen unterschieden – die Innovatoren, die Mehrheit und die Nachzügler. Innovatoren sind in diesem Sinne Early Adopter, d.h. sie erkennen Trends, Ideen und Entwicklungen früher als die Mehrheit und nutzen diese auch zeitnah.

Allgemeine Radionutzung

Verwendung von Radio-Empfangsgeräten

Nach wie vor wird Radio am häufigsten über stationäre Empfangsgeräte und im Auto gehört. Die Nutzung von Notebooks zum Radiohören hat leicht zugenommen. 39% der Befragten haben schon einmal Radio über ein Notebook gehört. Bei der Nutzung der verschiedenen Empfangsgeräte lassen sich deutliche geschlechts- und altersspezifische Unterschiede erkennen. Männer sind technikaffiner als Frauen und haben bereits häufiger einen Computer zum Radiohören genutzt (Männer 62% - Frauen 51%). Bei der altersspezifischen Betrachtung zeigt sich vor allem bei den Jüngeren eine Tendenz zur Radionutzung über das Notebook – fast die Hälfte der unter 35-jährigen (46%) hat das Notebook bereits zum Radiohören verwendet.
Zukünftige Trends lassen sich durch die Analyse der verschiedenen Nutzertypen ableiten. Innovatoren haben Notebooks (54%) und Handys (45%) mehr als doppelt so häufig zum Radiohören genutzt als die Nachzügler. Nur 26% der Nachzügler haben bisher ein Notebook zum Radiohören verwendet und sogar nur 19% haben Radio über das Handy gehört.


Verwendung von Radio-Empfangsgeräten

Insgesamt nutzen Innovatoren Radio verstärkt mobil. Zukünftig lässt sich vor allem bei den Nachzüglern und bei der Mehrheit eine intensivere Radionutzung über den Computer und das Handy erwarten.

Radionutzung über Internet und Handy

Nutzung von Internetfunktionen

Bei der Internetnutzung konnten im Vergleich zu 2008 vor allem Musikhören (MP3), Chatten und Videocasts zulegen. Auch die Radionutzung im Internet ist leicht gestiegen – 60% der Befragten haben schon einmal Radio über das Internet gehört. Am intensivsten werden im Internet weiterhin E-Mail und das WWW (Surfen) verwendet.


Nutzung von Internetfunktionen

Nutzung von Internetfunktionen nach Nutzertypen

Auch bei der Internetnutzung lassen sich zukünftige Trends durch die Analyse der verschiedenen Nutzertypen erkennen. Speziell bei den Innovatoren zeigt sich eine überdurchschnittliche Radionutzung über das Internet. Drei Viertel der Innovatoren haben schon einmal über das Internet Radio gehört.


Nutzung von Internetfunktionen nach Nutzertypen
        

Genutzte Sender im Internet

Die Frage nach den im Internet gehörten Sendern liefert ein interessantes Bild. Die Mehrheit der im Internet genutzten Sender sind etablierte UKW Sender. Fast drei Viertel der genutzten Sender sind deutsche Sender die bereits über UKW ausgestrahlt werden. Etablierte Radiomarken setzen sich somit auch im Internet durch. Nur 18 Prozent der genutzten Sender sind reine Internetsender und werden nicht über UKW ausgestrahlt.


Genutzte Sender im Internet

Handynutzung

Bei der Handynutzung haben vor allem Musikhören (MP3) und die Radionutzung deutlich zugenommen. Über ein Drittel der Befragten hat bereits über das Handy Radio gehört. Dies liegt auch daran, dass die technische Verfügbarkeit der Radionutzung auf dem Handy durch neuere Handy-Modelle weiter gestiegen ist. Fast die Hälfte der Befragten sieht bei der Radionutzung auf dem Handy Potential und will zukünftig Radio auch auf dem Handy hören.


Handynutzung

 

Fazit

Die Ergebnisse der Digitalisierungsstudie der FGM Forschungsgruppe Medien GmbH zeigen, dass die zukünftige Mediennutzung wesentlich mobiler stattfinden wird. Digitalisierung und Gerätekonvergenz wirken sich zunehmend auf das Mediennutzungsverhalten aus. Dieser Trend lässt sich auch bei der Radionutzung erkennen. Computer und Handys werden bereits häufig zum Radiohören genutzt. Insbesondere bei den Jüngeren und den Innovatoren ist die Radionutzung am Computer und auf dem Handy deutlich ausgeprägt.

Radio wird durch die neuen digitalen Kanäle noch mobiler. Die neuen Übertragungskanäle werden die bestehenden ergänzen bzw. verlängern und nicht ablösen. Bereits etablierte regionale UKW-Marken werden sich im Internet durchsetzen.

Entscheidend werden nicht nur die zukünftigen technischen Entwicklungen und die Benutzerfreundlichkeit der Endgeräte sein, sondern auch die Aufbereitung des medialen Contents für den Nutzer. Inhalte und Informationen müssen einfach abrufbar und für verschiedenste Endgeräte und Verbreitungswege aufbereitet werden. Nur so wird für den Nutzer ein erkennbarer Mehrwert generiert.

 

Steckbrief der Studie

Titel   FGM Digitalisierungsstudie
Stichprobe ca. 2000 Onliner ab 14 Jahren
Methode Onlinebefragung
Feldzeit November/Dezember 2009
Institut FGM Forschungsgruppe Medien GmbH

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Für Fragen zur Digitalisierungsstudie steht Ihnen Herr Alwin-Rainer Zipfl gerne zur Verfügung.

Telefon:   + 49 341 562 6730
E-Mail:

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Impressum

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CvD dieser Ausgabe: Marcus Kleine

 

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